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"Im Miststock der Fehler liegen die Perlen der Weisheit"

Unternehmen profitieren von einer positiven Fehlerkultur. Laurin Fäh berichtet aus eigener Erfahrung



Die Haltung von Führungskräften und Mitarbeitenden zu Fehlern ist höchst kontrovers. Die einen predigen die „Null-Fehler-Toleranz“, viele versuchen Fehler zu vertuschen, andere sehen in Fehlern die Chance zu lernen.


Ich erinnere mich an einen ehemaligen Frère im Collège, welcher den Satz prägte: "Im Miststock der Fehler liegen die Perlen der Weisheit".


Was beinhaltet der Satz? Fehler sind zunächst „Mist“, etwas Unangenehmes, Stinkendes, das man lieber nicht anfasst. Genau so werden sie von vielen behandelt. Man kehrt sie unter den Teppich oder leugnet sie gar. Führungskräfte suchen die Ursache für Misserfolge lieber im „schwierigen Mark“, „einschränkenden Gesetzen“ oder anderen externen Faktoren.


Dann sind da die „Perlen der Weisheit“. Der Begriff wirkt hochgestochen, die Bedeutung ist aber klar. Wo Fehler eingestanden und benannt werden, kann man Ursachen finden und vorbeugende Korrekturen einleiten. Ich denke an das Beispiel eines Bekannten: Ein KV-Lehrling in der Buchhaltung hatte die Aufgabe, Abonnementsrechnungen zu erstellen und zu versenden. Ein Teil der Rechnungen war zu tief ausgestellt, weil er fälschlich einen Rabattcode nicht entfern hatte. Die Kunden freuten sich, der Abteilungsleiter weniger. Wer hat den Fehler begangen? Nein, nicht nur der Lehrling, sondern auch der Abteilungsleiter. Er hat nicht überlegt, ob der Lehrling genügend qualifiziert für diesen Auftrag war. Er hat die Rechnungen nicht zumindest stichprobenweise kontrolliert. Im Qualifikationsgespräch mit seinem Chef war der Vorfall ein Thema: Der Abteilungsleiter schenkt der Instruktion von Mitarbeitenden zu wenig Aufmerksamkeit, er kontrollierte selten, verließ sich auf „Gut Glück“. Er handelte falsch, weil er Prioritäten falsch setze: Zu viel Tagesgeschäft, zu wenig Mitarbeiterbetreuung. In einer schlechten Fehlerkultur wäre der Lehrling abgekanzelt und der Vorfall vertuscht worden. In einer guten Fehlerkultur lokalisiert man Ursachen und behebt sie.


Fehler sind natürlich unvermeidbar. Darum sollte man zumindest daraus lernen, nicht nur der einzelne, sondern die Organisation als Ganzes.



Die Tipps von Laurin Fäh: So könnte eine positive Fehlerkultur aussehen!


1. Fehler machen ist erlaubt. Mitarbeitende sollen ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen und Neues auszuprobieren.

2. Fehler werden nicht sanktioniert, sondern thematisiert.

3. Auf Fehlern Lehren ziehen, nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf der organisatorischen Ebene.

4. Den Kunden gegenüber Null-Fehler-Toleranz anstreben.

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© 2018 Laurin Fäh, Bargella Invest AG

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