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Darf man bei Geschäften auf "Glück" vertrauen?

Allein auf «gut Glück» zu vertrauen wäre sicher fahrlässig. Doch hat man nicht ab und zu einfach Glück oder Pech?


War es nicht auch Glück, das Bill Gates mit seinem Betriebssystem DOS zur rechten Zeit am Start war, als die neuen Personal Computer in den späten 70er-Jahren nach einem Betriebssystem verlangten? Analysieren wir, worauf "Glück" basieren könnte.


In den frühen 2000er-Jahren kaufte ich zahlreiche Immobilien ein. Einige davon erwarb ich zu teuer. Sie gefielen mir jedoch und überzeugten mich «gefühlsmäßig». Darum war ich bereit den Preis zu bezahlen. Ein nach rein ökonomischen Gesichtspunkten handelnder Investor hätte das nicht getan.


Bekanntlich folgte anschließend bis heute eine nie dagewesene Tiefzins-Phase. Diese milderte meine damaligen «Fehl»-Entscheidungen. Ich konnte deswegen auch diese Immobilien gut halten. Und in bald zwei Jahrzehnten erfuhren sie eine stattliche Wertsteigerung. Somit stehe ich heute mit dem Portefeuille gut da. Hätte ich die Liegenschaften nicht erworben, wäre mir die Wertsteigerung entgangen.


War das nun einfach Glück? Ich bin kein Zins- und Börsenguru. Bei Lichte besehen konnte auch niemand vorhersehen, dass die Tiefzinsphase so tiefgreifend und lang andauernd würde. Wie wäre die Geschichte ausgegangen ohne Tiefzins? Auch nicht tragisch. Statt eines guten Geschäfts hätte ich ein zumindest kostendeckendes getätigt. Denn selbstverständlich kaufte ich nicht alle Liegenschaften zu teuer ein und die Rentabilität des Portefeuilles insgesamt wäre zwar bescheiden geblieben, aber trotzdem nicht in die Verlustzone gerutscht.


Das zeigt einen Aspekt, des sogenannten Glücks: Diversifizierung! Beim Kauf nur einer Liegenschaft wäre konservative Kalkulation geboten. Beim Aufbau eines Portefeuilles darf man sich einen Mix von konservativen und riskanteren Geschäften leisten. Damit gibt man dem «Glück» gewissermaßen eine Chance, gemäß dem Grundsatz, dass wer nichts wagt, auch nichts gewinnen kann.


Der zweite Aspekt war mein damaliges «Gefühl». Darin steckt mehr als nur eine Vorliebe oder eine Laune. Im sogenannten «Bauchgefühl» kristallisiert sich oftmals die gesammelte Erfahrung und die zusammenfassende Evaluierung einer Situation. Ich verfüge über jahrelange Erfahrung mit Immobilen und dem Immobilienmarkt. Ich befasse mich intensiv mit den Objekten. Diese kumulierte Erfahrung «sagte» mir damals, dass die Immobilien Potenzial besitzen. Dieses Gefühl ist keine «Kristallkugel». Es lenkt aber Wahrnehmung und Entscheidungen in die «glückliche» Richtung. Haben Sie sich schon gefragt, warum es bessere und schlechtere Goalsetter gibt? Genau deswegen: Die Erfolgreichen können ihre «gefühlsmäßige» Erfahrung (Spielintelligenz) nutzen.


Nüchtern Analyse und konservative Kalkulation sind beim Gros der Geschäfte angezeigt. Dies schafft die Grundlage, auf der man sich ab und zu ein Risiko leisten darf, das einen nicht umbringt, wenn es schlagend wird, das aber dem Glücksfaktor Raum gibt. Man muss etwas wagen, dann braucht es tatsächlich noch ein Quäntchen Glück!


In diesem Sinne viel Glück, Ihr Laurin Fäh!

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© 2018 Laurin Fäh, Bargella Invest AG

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